Wenn der Körper lernt loszulassen — gezielt und erlernbar.
Entspannung ist eine erlernbare Fähigkeit, die das Nervensystem aktiv beeinflusst. Wer unter chronischem Stress oder anhaltenden Schmerzen leidet, befindet sich häufig in einem Zustand dauerhafter Anspannung: Das Nervensystem ist auf Alarm eingestellt, auch wenn keine akute Bedrohung besteht. Entspannungsverfahren setzen genau hier an — sie trainieren die Fähigkeit, diesen Zustand bewusst zu unterbrechen.
Schmerz und Anspannung verstärken sich gegenseitig. Ein angespannter Körper ist sensibler für Schmerzreize, ein schmerzhafter Körper spannt sich reflexartig an. Entspannungsverfahren sind in der Schmerztherapie gut untersucht und gelten als wirksame Ergänzung zur psychotherapeutischen Behandlung. Sie verändern nicht nur das subjektive Erleben von Schmerz, sondern haben messbare Auswirkungen auf Muskelspannung, Herzfrequenz und die Aktivität des Nervensystems.
Ich arbeite mit verschiedenen Verfahren, die je nach Situation und Vorliebe eingesetzt werden. Die Progressive Muskelrelaxation ist ein bewährtes, strukturiertes Verfahren, bei dem einzelne Muskelgruppen gezielt angespannt und wieder losgelassen werden — durch den erlebten Kontrast entsteht ein tief spürbarer Entspannungszustand, der sich mit der Zeit immer leichter abrufen lässt. Meditationsbasierte Übungen schulen die Fähigkeit, Gedanken, Empfindungen und Schmerz wahrzunehmen ohne sich darin zu verlieren. Traumreisen und geführte Imaginationsübungen nutzen die Vorstellungskraft, um Körper und Nervensystem in einen ruhigeren Zustand zu führen. Und unter dem Begriff Stressmanagement arbeiten wir daran, die persönlichen Auslöser von Anspannung zu verstehen und konkrete Strategien für den Alltag zu entwickeln.
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