Was ist Verhaltenstherapie?

Gedanken, Gefühle und Verhalten hängen enger zusammen, als wir im Alltag meistens wahrnehmen. Was wir denken, beeinflusst, wie wir uns fühlen — und wie wir uns fühlen, beeinflusst, was wir tun. Und was wir tun, beeinflusst wiederum, was wir denken. Dieser Kreislauf kann uns stützen. Er kann uns aber auch festhalten.

Die Verhaltenstherapie setzt genau hier an. Sie ist eines der am besten erforschten psychotherapeutischen Verfahren überhaupt — mit einer breiten Studienlage, die ihre Wirksamkeit bei einer Vielzahl von Beschwerden belegt: von Angst und Depression über Schlafprobleme bis hin zu chronischen Schmerzen und körperlichen Beschwerden ohne klaren organischen Befund.

Reaktion - Gedanke - Bewertung

Muster, die wir häufig wiederholen, werden im Nervensystem eingebrannt: Reaktionen, Gedankenwege und deren Bewertungen. Muster, die sich eingeschliffen haben, lassen sich — mit dem richtigen Ansatz — verändern.
Besonders relevant ist das bei chronischen Schmerzen. Chronischer Schmerz hinterlässt Spuren im Nervensystem — durch Lernprozesse, die das System langfristig sensibler machen, nicht nur für Schmerz, sondern für Reize aller Art. Wie wir auf Stress reagieren — was wir denken, fühlen, tun — kann dazu beitragen, dass Schmerzen bestehen bleiben oder sich verschlimmern. Verhaltenstherapeutische Arbeit zielt darauf ab, genau diese Lernprozesse zu unterbrechen und neue Erfahrungen zu sammeln.

Wie wir miteinander arbeiten

Verhaltenstherapie ist keine Gesprächstherapie, bei der wir uns durch die Vergangenheit arbeiten. Sie ist gegenwartsorientiert und konkret. Wir schauen gemeinsam: Welche Gedanken tauchen in belastenden Situationen auf? Welche Überzeugungen stecken dahinter? Und welche Verhaltensweisen halten das Problem aufrecht — auch wenn sie kurzfristig Erleichterung bringen?
Daraus entwickeln wir Schritt für Schritt andere Reaktionen in kleinen, konkreten Schritten, die Du zwischen den Sitzungen im Alltag ausprobierst. Was funktioniert, bauen wir aus. Was nicht funktioniert, passen wir an.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf der Verbindung zwischen psychischen Belastungen und körperlichen Beschwerden. Verhaltenstherapie ist in diesem Bereich besonders gut untersucht — etwa bei Schmerzstörungen, somatoformen Beschwerden und Migräne. Dabei geht es nicht darum, Beschwerden wegzureden, sondern darum zu verstehen, welche Rolle Stress, Bewertungen und Verhalten im Erleben von Schmerz spielen — und was sich konkret daran verändern lässt.

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